"greening the gas" - Wasserstoff, Biomethan

"Ein wesentlicher Anteil von Erdgas soll in Zukunft durch erneuerbares Methan ersetzt werden. ´Greening the gas`durch Biomethan aus biogenen Reststoffen, durch Wasserstoff und synthetisches Methan aus erneuerbaren Stromquellen auf Basis eines deutlich verbesserten Systems von Herkunftsnachweisen sind Hauptkomponenten zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Energiesystems." (Klima- und Energiestrategie, mission 2030)

  • Der Erdgasverbrauch beträgt in Österreich 7,8 Mrd. m³ pro Jahr. (www.e-control.at/, 2017), Erdgas und andere fossile Gase tragen mit 84 TWh zu 20,9 % zum Bruttoinlandsverbrauch Österreichs bei. In Gaskraftwerken wird Gas im Ausmaß eines Energieinhaltes von 23 TWh verfeuert, womit meist Strom und Fernwärme produziert wird.
  • Biogas trägt mit 1,3 TWh zu 1,2 %. (www.bmnt.gv.at/)
Greengas

Würde man Wasserstoff und Methan in entsprechendem Ausmaß aus biogenen Reststoffen und erneuerbaren Stromquellen produzieren, so würde der Strombedarf drastisch steigen:

  • die biogene Produktion hat laut Potentialstudie ein theoretisches Potenzial von ca. 1,5 Mrd. m3
  • für das "greening" des verbleibenden Gasbedarfes von 6,3 Mrd. m³ (56 TWh) wäre ein zusätzlicher Strombedarf von ca. 75 TWh zu erwarten - unter Berücksichtigung von Wirkungsgraden von etwa 75 % und aus erneuerbaren Quellen! Das wäre etwa soviel wie der gesamte derzeitige jährliche Strombedarf Österreichs.
  • Um einen zusätzlichen Strombedarf von 75 TWh zu decken braucht es z.B. 6.600 Windräder á 3 MW (1.890 Volllaststunden p.a.) und 285 km² PV-Fläche (130 kWh/m², p.a.). Österreich 2017: 1260 Windkraftanlagen, ca. 8 km² PV-Fläche (1000 MW installierte Leistung)

Um dieses Ziel der österreichischen Klima- und Energiestrategie, die Gasversorgung klimaneutral zu machen zu erreichen, sind - wie dieses Zahlenspiel zeigt - weitreichendere Konzepte erforderlich. Der Gasverbrauch wird deutlich zu reduzieren sein, Fernwärme kann auch mit Geothermie, Abwärme, Großwärmepumpen, Biomasse, Solarthermie bereitet werden, siehe beispielsweise Szenario DECARB für Wien.

Will man hingegen Wasserstoff auch als Treibstoff für Kfz einsetzen, dann wird der Strombedarf wieder steigen.

→ DieStrategieplattform www.powertogas.info/ hat das Ziel, für Power to Gas tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln und die Markteinführung in Deutschland bis zum Jahr 2022 zu erreichen und bietet auf dieser Website einen guten Überblick über diverse Projekte.

→ Mehr zu den Potentialen dieser Erneuerbaren Energieformen im Big Picture auf dieser Lernplattform.